Reiseimpfung gegen Typhus


Typhus ist eine fieberhafte, bakterielle Erkrankung, die mit typischen „erbsbreiartigen“ Durchfällen einhergeht. Die Infektion mit Typhusbakterien erfolgt v. a. über kontaminiertes Leitungswasser und Lebensmittel.  

In bestimmten Fällen kann eine Schutzimpfung gegen Typhus vor Reiseantritt sinnvoll sein. 
 

Rechtzeitig Arzt-Termin vereinbaren

Reiseimpfungen sollten idealerweise bis max. 14 Tage vor Reiseantritt abgeschlossen sein. 

Vereinbare daher rechtzeitig – am besten bereits 4 bis 8 Wochen vor Abreise – einen Termin zur Reise- und Impfberatung bei einer Ärztin oder einem Arzt in deiner Nähe.

Frage deine Ärztin oder deinen Arzt, wie du dich durch Reiseimpfungen schützen kannst – egal wohin die Reise geht.

Typhus: Krankheitsbild, Risikogebiete & Impfung

  • Krankheitsbild

    Der Begriff Typhus umfasst genau genommen zwei Krankheitsbilder: Typhus abdominalis und Paratyphus. 

    In beiden Fällen handelt es sich um Allgemeinerkrankungen, die mit Fieber einhergehen. 

    Symptome Typhus abdominalis: 

    • Langsamer, treppenförmiger Fieberanstieg bis auf über 39 Grad; Das Fieber kann anhaltend über ein bis drei Wochen auf 40 Grad Celsius bleiben. 
    • Deutliches Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, Benommenheit, Bewusstseinsstörungen; 
    • Auch Magen-Darm-Beschwerden wie z. B. Verstopfung, später bis zu fünf Wochen anhaltende, erbsbreiartige Durchfälle sowie Schmerzen im Magen-Darm-Trakt sind möglich. 

    Zu den möglichen Komplikationen zählen Darmblutungen, Thrombosen oder auch Knochenmarkentzündungen. 

    Symptome Paratyphus: 

    Paratyphus verläuft ähnlich, oft stehen hier allerdings Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen im Mittelpunkt. Das Fieber steigt in der Regel nicht über 39 Grad, der Krankheitsverlauf ist milder und kürzer. 

    Inkubationszeit (Zeitraum von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Symptome): Die Inkubationszeit liegt im Schnitt bei ca. 8 bis 14 Tagen, prinzipiell möglich ist ein Zeitraum von 3 bis 60 Tagen. 

    Bei Paratyphus liegt die Inkubationszeit bei 1 bis 10 Tagen. 

    Therapie: Wichtig ist eine frühzeitige Antibiotika-Therapie, andernfalls kann Typhus potenziell lebensbedrohlich sein. Allerdings sind viele Typhuserreger mittlerweile gegen bestimmte Antibiotika resistent.

  • Erreger und Übertragung

    Typhus wird durch Bakterien hervorgerufen (Salmonella enterica). 

    Die Ansteckung erfolgt vor allem durch kontaminierte(s), …

    • … Trinkwasser 
    • … Nahrungsmittel – z. B. Salate, Meeresfrüchte, ungeschältes Obst, Säfte

    Gut zu wissen: Besonders gefährdet für eine Typhus-Infektion sind Neugeborene und Kinder im Alter von 5 bis 9 Jahren. Auch Menschen mit geschwächter Abwehr und bestimmten Grunderkrankungen (z. B. entzündliche Darmerkrankungen) haben ein erhöhtes Typhus-Risiko.

  • Risikogebiete

    Typhus spielt insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen bzw. in Ländern mit unzureichenden hygienischen Bedingungen eine Rolle. 

    Wiederholte Ausbrüche bzw. Epidemien sind häufig in Kriegs- und Katastrophenregionen zu beobachten. 

    Zu den Regionen mit dem höchsten Typhus-Risiko zählt Südasien mit:

    • Pakistan
    • Indien
    • Nepal
    • Bangladesch

    Auch in bestimmten Regionen Südamerikas und Nordafrikas und auf einigen Pazifikinseln besteht ein hohes Typhus-Risiko. 

    Typhus kommt unter anderem in folgenden beliebten Urlaubs-Destinationen vor:

    Ob das Risiko jeweils im ganzen Land oder nur in einer bestimmten Region erhöht ist, kannst du im Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt klären. 

  • Wer sollte sich gegen TYPHUS impfen lassen?

    Bei der Entscheidung, ob man sich vor einer Reise gegen Typhus impfen lassen sollte, spielen unter anderem folgende Faktoren eine Rolle: 

    • Reiseziel und allgemeines Typhus-Risiko vor Ort 
    • Unterbringung (erhöhtes Risiko unter einfachen hygienischen Bedingungen; z. B. Trekking, Rucksack-Tourismus) 
    • Enger Kontakt zur Bevölkerung (Hilfseinsätze, Entwicklungshilfe) 
    • Dauer des Aufenthalts: Erhöhtes Risiko bei Langzeitaufenthalt unter einfachen hygienischen Bedingungen (mehr als 4 Wochen) – zum Beispiel Entwicklungshilfe
    • Aktuelle Typhusausbrüche

    Wichtig: Bei Reisen nach Süd- und Zentralasien (Pakistan, Indien, Nepal, Afghanistan, Bangladesch) wird in der Regel unabhängig vom Reisestil zu einer Typhus-Impfung geraten. 

    Tipp: Lass dich von deiner Ärztin oder deinem Arzt beraten, ob eine Typhus-Schutzimpfung in deinem  Fall sinnvoll ist. Vereinbare rechtzeitig vor Reiseantritt einen Termin. 

    Frage deine Ärztin oder deinen Arzt, wie du dich durch Reiseimpfungen schützen kannst – egal wohin die Reise geht.

  • Impfung gegen TYPHUS: Impfschema

    Es können verschiedene Impfungen gegen Typhus vor Reiseantritt verabreicht werden: 

    • Schluckimpfung (Lebendimpfstoff) oder 
    • Impfung per Spritze  (Totimpfstoff). 

    Beide Formen der Impfung können nur bis zu einem gewissen Grad vor einer Typhus-Infektion schützen. 

    Gut zu wissen: Die Typhusimpfung steht sowohl als Einzelimpfstoff sowie als Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A zur Verfügung.
     

    Schluckimpfung gegen Typhus

    Die Schluckimpfung gegen Typhus ist für Kinder ab 5 Jahre, Jugendliche und Erwachsene geeignet.

    Impfschema: 

    Innerhalb von fünf Tagen werden drei Kapseln verabreicht – an Tag 1, 3 und 5. 

    Die Impfung sollte mindestens 10 Tage vor der Reise abgeschlossen sein. 

    • Schutzdauer für ca. 1 Jahr (bei ca. 60 % der Geimpften) 
    • Auffrischung: Jährliche Auffrischungsimpfung bei Bedarf möglich

       

    Typhus-Impfung per Spritze

    Diese Impfung ist für Kinder ab 2 Jahren, Jugendliche und Erwachsene geeignet. 

    Impfschema

    • Einmalige Gabe

    Die Impfung sollte mindestens 14 Tage vor der Reise erfolgen. 

    • Schutzdauer für ca. 3 Jahre (bei ca. 60 % der Geimpften) 
    • Auffrischung: spätestens 3 Jahre nach der letzten Impfung

Hygiene und mehr: Gesund bleiben vor Ort - Die besten Tipps

Wer sich vor Typhus-Erregern schützen möchte, sollte auf Reisen in Risikogebiete auf einige grundlegende Hygiene-Regeln achten. 

  • Trinke kein Leitungswasser! Auch fürs Zähneputzen nur industriell abgefülltes Wasser aus verschlossenen Flaschen verwenden. Achte darauf, Getränke ohne Eiswürfel zu bestellen. 
  • Auch rohe, nicht ausreichend erhitzte Speisen (z. B. Blattsalat, Meeresfrüchte, ungeschältes Obst, Säfte) können mit Typus-Erregern kontaminiert sein. Hier ist Vorsicht geboten! Es gilt die Regel: Cook it, boil it, peal it or leave it! Iss also nur Gekochtes und iss nur Obst, das man schälen muss, was du am besten selbst machst. 

Diese und weitere Tipps, um vor Ort gesund zu bleiben, findest Du hier:

#1 Kein Leitungswasser trinken

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Insbesondere in Regionen außerhalb von Industrieländern gilt: Niemals Wasser aus der Leitung trinken! Denn oft sind Krankheitserreger enthalten, die z. B. Durchfallerkrankungen oder Hepatitis A auslösen können. Mit den folgenden Tipps kannst du das Risiko deutlich minimieren: 

Verwende nur industriell abgefüllte Getränke mit versiegeltem Originalverschluss.

Verzichte grundsätzlich auf Getränke mit Eiswürfeln. Auch Säfte, Smoothies & Co. sind oft problematisch. 

Vorsicht beim Zähneputzen: Verwende nur Wasser aus industriell abgefüllten Trinkflaschen. 

Notfalls: Wasser abkochen.

Tipp: Gegen Hepatitis A kann man sich impfen lassen. Mehr zur Hepatitis-A-Impfung

#2 Peel it, boil it, cook it – or forget it!

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Diese goldene Regel für Fernreisen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) formuliert. Dem bewährten Merksatz zufolge sollen Lebensmittel nur dann verzehrt werden, wenn sie ausreichend lange erhitzt wurden oder geschält werden können. Das heißt:  

  • Verzichte auf vorgeschnittenes oder abgepacktes Obst. Iss nur Obstsorten, die du selbst schälen kannst (z. B. Banane, Orange). 
  • Fleisch, Fisch und Geflügel sollten gut durchgebraten sein. 
  • Vermeide Salate und rohes Gemüse.
  • Vorsicht ist auch bei kühlpflichtigen Produkten wie Milch, Milchprodukten und Speiseeis geboten. Sie sollten in jedem Fall pasteurisiert sein. 

Die Einhaltung dieser Regeln alleine reicht mitunter nicht aus. Frage deinen Arzt oder deine Ärztin, wie du dich durch Reiseimpfungen schützen kannst – egal wohin die Reise geht.

#3 Konsequenter Mückenschutz

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Mücken können gefährliche Krankheiten wie Malaria, Dengue oder Gelbfieber übertragen. Bei Reisen in Risikogebiete ist daher ein konsequenter Schutz gegen Mückenstiche unerlässlich. Dazu gehören neben der Verwendung geeigneter Mückensprays einfache Maßnahmen zum Schutz vor Mückenstichen (z. B. Moskitonetze, die richtige Kleidung). 

Mehr zum Thema Mückenschutz auf Reisen erfahren

Zur Vorbeugung von Malaria kann unter bestimmten Voraussetzungen eine vorbeugende Tabletteneinnahme (Chemoprophylaxe) sinnvoll sein. 

#4 Safer Sex

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Kondome schützen nicht nur vor unerwünschter Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten.  

So kann zum Beispiel Hepatitis B durch Körperflüssigkeiten übertragen werden – in der Folge kann sich eine chronische Leberentzündung entwickeln. Wer also in entsprechende Risikogebiete reist, sollte sich beim Sex schützen.

Tipp: Es gibt eine Impfung gegen Hepatitis B, die für diverse Reiseländer empfohlen wird.

#5 Baden in fremden Gewässern? Vorsicht!

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In bestimmten Regionen solltest du nicht unüberlegt in Flüssen und Seen baden. Abgesehen von Krokodilen & Co. können auch unsichtbare Gefahren lauern: Die Gewässer sind oftmals durch Abwässer mit Krankheitserregern verunreinigt. 

In manchen Gebieten Afrikas, Asiens und Südamerikas leben in warmen Binnengewässern außerdem auch Parasiten, die eine tropische Wurmerkrankung auslösen können. 

Reiseimpfungen für Risikogruppen

Für Personen mit besonderen Risiken gelten bzgl. Reiseimpfungen oft eigene Empfehlungen. Eine individuelle ärztliche Beratung ist wichtig!

Zu den Risikogruppen zählen u.a.: 

  • Schwangere und Stillende
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Senioren
  • Menschen mit Grunderkrankungen 
  • Personen, die einen Langzeitaufenthalt (über 4 Wochen) planen

Mehr erfahren

Frage deine Ärztin oder deinen Arzt, wie du dich durch Reiseimpfungen schützen kannst – egal wohin die Reise geht. 

Aktuelle Sicherheitshinweise beachten

Die Sicherheitslage am Reiseziel kann sich schnell verändern und entwickeln – das gilt auch für das Infektionsrisiko mit bestimmten Krankheitserregern. 

Beachte daher die jeweils aktuellen Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes und sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt.
 

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Alle Angaben sind zur Information für Reisende gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes. 

Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbesondere bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten. 

Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern ggf. eine medizinische Beratung. 

Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. 

Informationen zu den Impfungen basieren auf den Empfehlungen zu Reiseimpfungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e.V. (DTG); 

Entnommen aus: Robert Koch Institut: Epidemiologisches Bulletin. 14/2023. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V. (DTG) zu Reiseimpfungen. 

Textquellen:

Robert Koch Institut: Epidemiologisches Bulletin. 14/2023. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V. (DTG) zu Reiseimpfungen. Stand: 6. September 2023

RKI-Ratgeber: Typhus abdominalis, Paratyphus; unter: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt-/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber-Typhus_Paratyphus.html (abgerufen am 20.06.2023)