Reiseimpfung gegen Dengue

Dengue gilt weltweit als die häufigste durch Stechmücken übertragene Viruserkrankung. 

Über viele Jahrzehnte hinweg war Dengue vor allem in tropischen und subtropischen Regionen ein Thema – inzwischen hat sich das Virus aber weiter ausgebreitet. Auch in Südeuropa wird eine Tendenz zur Ausbreitung beobachtet.

Eine Impfung wird Erwachsenen und Kindern ab 4 Jahren empfohlen, die bereits eine Dengue-Infektion (labordiagnostisch gesichert) durchgemacht haben und eine Reise in ein Dengue-Endemiegebiet planen. 

 

Rechtzeitig Arzt-Termin vereinbaren

Die Dengue-Impfung umfasst zwei Impfungen im Mindestabstand von drei Monaten

Vereinbare daher rechtzeitig einen Termin zur Reise- und Impfberatung bei einer Ärztin oder einem Arzt in deiner Nähe. 

Frage deine Ärztin oder deinen Arzt, wie du dich durch Reiseimpfungen schützen kannst – egal wohin die Reise geht.

Dengue: Krankheitsbild, Risikogebiete & Impfung

  • Krankheitsbild

    Das Dengue-Fieber gilt weltweit als die häufigste durch Stechmücken übertragene Viruserkrankung. 

    Eine Infektion äußert sich oftmals mit milden grippeartigen Symptomen, kann jedoch auch zu schweren Komplikationen wie Blutungen, Organversagen und Schocksyndrom führen und dann tödlich verlaufen. 

    Je nach Symptomatik unterscheidet man: 

    • Dengue (mit oder ohne Warnzeichen wie z. B. starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen) 
    • Schweres Dengue

    Dengue kann in mehreren Phasen verlaufen: 

     

    • Fieber-Phase: Plötzlicher und starker Temperaturanstieg und starke Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Hautausschlag.
    • Bei einem sehr kleinen Teil der Betroffenen kommt es im Verlauf der Fieber-Phase zur schweren Verlaufsform, die tödlich enden kann. Diese zeigt sich meist ab dem dritten Tag nach Auftreten des Fiebers und kann sich mit starken Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen, blutenden Schleimhäuten und Bluterbrechen ankündigen.
    • Rekonvaleszenz: Bis die Erholungsphase vollständig abgeschlossen ist, können mehrere Wochen vergehen. 


    Wichtig:
    Eine bereits durchgemachte Dengue-Infektion erhöht das Risiko, bei einer Zweitinfektion schwer zu erkranken. Vermutet wird, dass die bei der Erstinfektion gebildeten Antikörper einen schweren Krankheitsverlauf begünstigen. Eine Schutzimpfung wird daher Erwachsenen und Kindern ab 4 Jahren empfohlen, die bereits eine Dengue-Infektion durchgemacht haben und eine Reise in ein Endemiegebiet planen. 

    Es gibt Hinweise darauf, dass die Zweitinfektion vor allem dann schwerer verläuft, wenn seit der ersten Erkrankung mehr als zwei Jahre verstrichen sind – dies kann bei der Risikoabschätzung für Reisende von Bedeutung sein.
     

    Therapie: Eine ursächliche Therapie gegen Dengue gibt es nicht. Bei mildem Verlauf beschränkt sich die Behandlung auf die Linderung der Symptome durch Ruhe, Flüssigkeitszufuhr, fiebersenkende Maßnahmen und die Gabe von Schmerzmitteln (nicht geeignet sind nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), insbesondere Acetylsalicylsäure (ASS)). Treten Warnzeichen auf, die einen schweren Verlauf ankündigen können (z. B. starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen), sollten Betroffene umgehend ein Krankenhaus aufsuchen. So kann eine engmaschige Überwachung und ggf. auch intensivmedizinische Behandlung erfolgen.


    Inkubationszeit (Zeitraum von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Symptome):
    Erste Symptome zeigen sich im Schnitt etwa 6 Tage nach dem Stich einer infizierten Mücke – in den meisten Fällen treten die Symptome nach 3 bis 10 Tagen auf. 

  • Erreger und Übertragung

    Das Dengue-Virus (DENV) gehört zur Familie der sogenannten Flaviviren und wird durch weibliche Stechmücken auf den Menschen übertragen. Grundsätzlich möglich, aber selten, ist die Übertragung durch Transfusionen, Transplantationen sowie bei Kontakt mit dem Virus bei Laborarbeiten. Eine Ansteckung beim Geschlechtsverkehr scheint eine Ausnahme zu sein.  Eine Übertragung des Dengue-Virus von der Mutter auf das ungeborene Kind ist möglich und erfolgt am häufigsten gegen Ende des letzten Schwangerschaftsdrittels. 

    Meist ist es die Gelbfieber-Mücke (Aedes aegypti), die das Dengue-Virus auf den Menschen überträgt. Sie ist vor allem tagsüber aktiv, kann aber auch nachts zustechen.  

    Früher kam die Mücke vor allem in städtischen Gebieten vor. Mittlerweise tritt das Dengue-Fieber jedoch auch in ländlichen Gebieten auf.  

    Das Virus wird vor allem während der Regenzeit übertragen und kann regelrechte Epidemien verursachen. 

  • Risikogebiete

    Dengue tritt hauptsächlich in tropischen und subtropischen Regionen auf. Immer wieder kommt es zu Epidemien. Am stärksten betroffen sind:

    • Südostasien wie bspw. Thailand, Indonesien oder Vietnam
    • Süd- und Mittelamerika
    • Westliche Pazifikregion

    Seit 2023 steigen die Dengue-Fälle in Endemieländern in Nord- und Südamerika stark an – teilweise um das 200-fache im Vergleich zu den Vorjahren. 

    Infolge des Klimawandels breitet sich die Mücke auch außerhalb der bekannten tropischen und subtropischen Risikogebiete aus. Selbst in Europa (z. B. Frankreich, Italien, Spanien) werden seit einigen Jahren immer wieder Dengue-Fälle beobachtet, weil infizierte Mücke durch die zunehmenden Durchschnittstemperaturen an immer mehr Orten den Winter überleben können. 

    Gut zu wissen: Bei Reiserückkehrern aus Südostasien, Lateinamerika und der Karibik ist Dengue eine der häufigsten Ursachen für fieberhafte Erkrankungen.

  • Wer sollte sich gegen Dengue impfen lassen?

    Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Dengue in bestimmten Fällen Personen, die bereits eine laborbestätigte Dengue-Infektion durchgemacht haben. 

    Als Reiseimpfung: 

    Die Reiseimpfung gegen Dengue wird Erwachsenen und Kindern ab 4 Jahren empfohlen, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte Dengue-Infektion durchgemacht haben und eine Reise in ein Dengue-Endemiegebiet mit erhöhtem Infektionsrisiko (z. B. längerer Aufenthalt, aktuelles Ausbruchsgeschehen) planen. 

    Als beruflich indizierte Impfung: 

    Die Impfung gegen Dengue wird Personen empfohlen, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte Dengue-Infektion durchgemacht haben und außerhalb von Endemiegebieten Tätigkeiten mit Dengue-Viren (z. B. in Forschungseinrichtungen) ausführen. 

    Eine allgemeine Impfempfehlung für Personen, die in der Vergangenheit keine Dengue-Infektion durchgemacht haben, gibt die STIKO derzeit nicht. 

    Frage deine Ärztin oder deinen Arzt, wie du dich durch Reiseimpfungen schützen kannst – egal wohin die Reise geht.

  • Impfung gegen DENGUE: Impfschema

    Die Grundimmunisierung umfasst 2 Impfungen, die im Abstand von mindestens 3 Monaten verabreicht werden. Die vollständige Impfserie sollte vor Abreise in ein Dengue-Endemiegebiet abgeschlossen sein. 

    Da die nötigen Studien noch nicht beendet sind, kann derzeit keine Aussage darüber getroffen werden, ob und wann eine Auffrischungsimpfung empfohlen werden soll. 

    Der empfohlene Dengue-Impfstoff kann zeitgleich mit einer Hepatitis-A- oder Gelbfieber-Impfung verabreicht werden. 

    Gut zu wissen: Falls Du eine Blutspende planst, solltest Du nach Verabreichung der Dengue-Impfung mindestens 4 Wochen warten. 

Tipps zum Schutz vor Mückenstichen

#1 Die richtige Kleidung

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Oberteile mit langen Ärmeln, lange Hosen, Socken und geschlossene Schuhe bieten einen wichtigen Basisschutz gegen die Blutsauger. Gut geeignet sind helle, feste Stoffe z. B. aus Baumwolle oder Leinen. 

Je nachdem, in welcher Region du dich aufhältst, wird empfohlen, die Kleidung zusätzlich mit einem geeigneten Mückenspray einzusprühen.

#2 Mückenspray verwenden

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Um unbedeckte Hautstellen wie Nacken, Handgelenke und Knöchel zu schützen, ist ein wirksames Mückenspray (Repellent) erforderlich. Wenn du in den Tropen unterwegs bist, sollte das Mückenspray speziell für diese Regionen geeignet sein. 

Besorge dir das Mückenspray am besten noch zu Hause – hier kannst du sicher sein, dass das Präparat auf Wirksamkeit und Sicherheit getestet wurde. 

Wichtig: Repellents sollten erst 20 bis 30 Minuten nach Auftragen der Sonnencreme verwendet werden.

#3 Mückensichere Unterkunft

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Achte bei der Wahl deiner Unterkunft darauf, dass die Fenster durch Fliegengitter geschützt sind und eine Klimaanlage vorhanden ist. 

Fliegengitter helfen, die Blutsauger draußen zu halten. Und die Klimaanlage solltest du nachts laufen lassen, denn bei kühleren Temperaturen sind die Mücken weniger stechfreudig.

#4 Fürs Bett: Moskitonetze

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Um Mückenstiche im Schlaf zu vermeiden, sind Moskitonetze gefragt. Am besten, du nimmst sie von zu Hause mit auf deine Reise. 

Wie tagsüber die Kleidung, solltest du nachts insbesondere in Malaria-Risikogebieten das Moskitonetz mit einem Mückenschutzmittel imprägnieren. 

Tipp: Es sind auch vorimprägnierte Moskitonetze erhältlich. 

Reiseimpfungen für Risikogruppen

Für Personen mit besonderen Risiken gelten bzgl. Reiseimpfungen oft eigene Empfehlungen. Eine individuelle ärztliche Beratung ist wichtig!

Zu den Risikogruppen zählen u.a.: 

  • Schwangere und Stillende
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Senioren
  • Menschen mit Grunderkrankungen 
  • Personen, die einen Langzeitaufenthalt (über 4 Wochen) planen

Mehr erfahren

Frage deine Ärztin oder deinen Arzt, wie du dich durch Reiseimpfungen schützen kannst – egal wohin die Reise geht. 

Kostenübernahme für Reiseimpfungen

Für welche Reiseimpfungen übernimmt deine Krankenkasse die Kosten? Und werden auch Malariamedikamente erstattet?

Auf dem Portal des CRM (Centrum für Reisemedizin) findest du es mit einem Klick heraus. 

Zur Website

Aktuelle Sicherheitshinweise beachten

Die Sicherheitslage am Reiseziel kann sich schnell verändern und entwickeln – das gilt auch für das Infektionsrisiko mit bestimmten Krankheitserregern. 

Beachte daher die jeweils aktuellen Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes und sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
 

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Alle Angaben sind zur Information für Reisende gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes. 

Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbesondere bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten. 

Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern ggf. eine medizinische Beratung. 

Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. 

Informationen zu den Impfungen basieren auf den Empfehlungen zu Reiseimpfungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e.V. (DTG); 

Entnommen aus: Robert Koch Institut: Epidemiologisches Bulletin. 14 | 2024. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V. (DTG) zu Reiseimpfungen. Stand: 4. April 2024

Textquellen:

Robert Koch Institut: Epidemiologisches Bulletin. 48/2023. STIKO: Impfung gegen Dengue. Stand: 30.11.2023. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2023/Ausgaben/48_23.pdf__blob=publicationFile (abgerufen am 5.12.2023) 

Robert Koch Institut: Epidemiologisches Bulletin. 14 | 2024. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V. (DTG) zu Reiseimpfungen. Stand: 4. April 2024

Robert Koch Institut: Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Dengue und zur Impfung. https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Dengue/FAQ-Liste.html (abgerufen am 09.04.2024)